Transkranielle Pulsstimulation (TPS) mit dem NEUROLITH®-System
Innovative Neuromodulation für neurologische Erkrankungen
Die Transkranielle Pulsstimulation (TPS) mit dem NEUROLITH®-System der Firma Storz Medical (Schweiz) ist ein innovatives, nicht-invasives Therapieverfahren zur gezielten Stimulation des Gehirns. Mithilfe niederenergetischer Stoßwellen werden tief gelegene Hirnareale mechanisch aktiviert, um regenerative Prozesse im Nervensystem anzuregen und die neuronale Funktion zu unterstützen.
Das Verfahren wird insbesondere zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Alzheimer-Demenz eingesetzt. Darüber hinaus findet die TPS – unter anderem im Sozo Brain Center – erfolgreich Anwendung bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen und Funktionsstörungen, darunter:
Alzheimer-Demenz
Parkinson
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
Multiple Sklerose (MS)
Autismus-Spektrum-Störungen
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS)
Long COVID
Paraplegien
Zustand nach Schlaganfall (Post-Stroke)
Die therapeutische Wirkung basiert auf der Aktivierung von Ionenkanälen sowie der Förderung der Freisetzung von Wachstumsfaktoren. Gleichzeitig werden regenerative Prozesse und das Wachstum neuronaler Stammzellen unterstützt.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Die ersten Behandlungen von Patientinnen und Patienten mit Alzheimer-Demenz im Rahmen einer klinischen Studie wurden im Jahr 2015 an der Universität Wien durchgeführt.
Seit 2018 verfügt das NEUROLITH®-System über die CE-Kennzeichnung für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Alzheimer-Demenz.
Neben der Alzheimer-Therapie stehen heute weitere neurologische Krankheitsbilder – insbesondere Parkinson – im Fokus der kontinuierlichen klinischen Forschung und Weiterentwicklung.
Vorteile der Transkraniellen Pulsstimulation (TPS)
Gezielte Tiefenstimulation definierter Hirnregionen
Nicht-invasive und ambulant durchführbare Behandlung
Behandlungsdauer pro Sitzung: ca. 30 Minuten
Therapieprotokoll: 6 Sitzungen innerhalb von 2 Wochen
Keine Rasur der Kopfhaare erforderlich
Farbliche Echtzeit-Visualisierung der applizierten Pulse während der Behandlung
BodyTrack® – Präzise Behandlungsdokumentation in Echtzeit
Die integrierte BodyTrack®-Software ermöglicht eine hochpräzise Dokumentation der Behandlung mittels dreidimensionaler Echtzeit-Visualisierung.
Durch das kontinuierliche Tracking der Position des Handstücks wird automatisch dokumentiert, welche Hirnregionen behandelt wurden. Werden personalisierte MRT-Daten verwendet, können individuelle anatomische Besonderheiten des Gehirns berücksichtigt werden. Jede Positionsänderung des Handstücks wird unmittelbar in den geladenen MRT-Bildern dargestellt. Gleichzeitig erfolgt eine farbliche Visualisierung der abgegebenen Energie.
Dadurch bietet BodyTrack® eine präzise Kontrolle der Behandlung sowie eine vollständige Dokumentation sämtlicher applizierter TPS-Pulse und des gesamten Therapieverlaufs.
Vorteile der BodyTrack®-Software
Verwendung personalisierter MRT-Daten
Darstellung der MRT-Bilder in drei Perspektiven
Farbliche Visualisierung der behandelten Regionen
Echtzeitdarstellung der Verteilung aller TPS-Pulse
Dokumentation der applizierten Energie und des gesamten Behandlungsverlaufs
Was sind Stoßwellen?
Stoßwellen sind hochenergetische akustische Impulse, die seit den 1980er-Jahren erfolgreich in unterschiedlichen medizinischen Fachgebieten eingesetzt werden. Sie besitzen die Fähigkeit, physikalische Energie gezielt in lokal begrenzte Gewebebereiche einzubringen.
Wissenschaftliche Untersuchungen aus der Orthopädie und Kardiologie zeigen, dass Stoßwellen unter anderem folgende biologische Prozesse stimulieren können:
Mechanotransduktion
Freisetzung von Wachstumsfaktoren (VEGF)
Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO)
Diese Prozesse können die Durchblutung verbessern und die Bildung neuer Blutgefäße (Neoangiogenese) fördern.
Stoßwellen und Ultraschall – der Unterschied
Obwohl Stoßwellen und Ultraschall beide auf Schallwellen basieren, unterscheiden sich die beiden Technologien grundlegend.
Ultraschall arbeitet mit kontinuierlichen Wellen und zahlreichen Schwingungen. Dabei wird ein Teil der Energie vom Gewebe aufgenommen, wodurch es zu einer Erwärmung kommen kann.
Stoßwellen hingegen bestehen aus einem einzelnen, hochenergetischen Druckimpuls mit einer nachfolgenden Zugwelle geringerer Amplitude. Im Gegensatz zum Ultraschall entsteht dabei keine relevante Gewebeerwärmung.
TPS – Speziell für die Neurologie entwickelt
In der neurologischen Anwendung wird die Stoßwellentherapie mit dem NEUROLITH®-System als Transkranielle Pulsstimulation (TPS) bezeichnet.
Während in anderen medizinischen Fachbereichen überwiegend hochenergetische Stoßwellen eingesetzt werden, arbeitet die TPS mit niederenergetischen Impulsen, die gezielt auf das Gehirngewebe abgestimmt sind. Dadurch können tiefer liegende Hirnstrukturen präzise stimuliert werden, ohne invasiven Eingriff und ohne thermische Belastung des Gewebes.