ABI- und PWV-Messung
Aussagekräftige Diagnostik für Ihre Gefässgesundheit
Die ABI-Messung (Ankle-Brachial-Index, Knöchel-Arm-Index) und die PWV-Messung (Pulswellengeschwindigkeit) geben wertvolle Hinweise auf den Zustand Ihrer Gefäße und damit auf Ihre Gefäßgesundheit.
Beide Verfahren ergänzen sich ideal: Während der ABI Hinweise auf Durchblutungsstörungen liefert, zeigt die PWV, wie elastisch oder steif Ihre Arterien sind. Zusammen ermöglichen sie ein umfassendes Bild des kardiovaskulären Risikos.
Das Gefäßalter
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Struktur der Arterien: Das Elastin in der Media der zentralen Arterien „verschleißt“ und wird zunehmend durch das sprödere Kollagen ersetzt. Dadurch verliert insbesondere die Aorta an Elastizität, und die Pulswellengeschwindigkeit nimmt zu.
Später kann sich eine Gefäßverkalkung auch sonographisch im Rahmen einer Intima-Media-Messung erkennen lassen.
Studien mit gesunden, normotonen Patientinnen und Patienten haben eine charakteristische Altersabhängigkeit der PWV gezeigt. Diese altersabhängige Verteilung kann auch umgekehrt genutzt werden, um aus der gemessenen PWV das typische Patientenalter abzuleiten. Dieses wird als Gefäßalter bezeichnet.
Die Messung eignet sich hervorragend, um Patientinnen und Patienten den Zustand ihres aktuellen Gefäßsystems transparent zu machen und dadurch beispielsweise innovative Therapiemaßnahmen einzuleiten oder zu einem bewussten Richtungswechsel des Lebensstils zu motivieren.
Was ist der Ankle-Brachial-Index (ABI)?
Der Ankle-Brachial-Index (ABI) ist ein Vergleich des Blutdrucks am Unterschenkel beziehungsweise am Knöchel mit dem Blutdruck am Oberarm.
Ein niedriger ABI-Wert deutet auf verengte oder verkalkte Gefäße in den Beinen hin. Dies kann auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) hinweisen und mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall verbunden sein.
Was ist die Pulswellengeschwindigkeit (PWV)?
Die Pulswellengeschwindigkeit (PWV) misst, wie schnell sich die Pulswelle, die durch die Herzschläge erzeugt wird, durch die Arterien ausbreitet.
Eine erhöhte PWV weist auf steifere Arterien hin. Dies steht häufig im Zusammenhang mit:
Arteriosklerose
Bluthochdruck
altersbedingtem Gefäßverschleiß
Warum ABI und PWV kombinieren?
Durch die Kombination aus ABI und PWV erhält man ein besonders umfassendes Bild der Gefäßgesundheit
Der ABI zeigt mögliche Durchblutungsstörungen in Beinen und Armen, während die PWV Aufschluss über die Elastizität der Arterien gibt. Beide Werte sind wichtige Risikofaktoren im Hinblick auf:
Herzinfarkt
Schlaganfall
Gefäßverkalkungen
Ablauf der Messung
Die Messung ist nicht schmerzhaft und dauert in der Regel nur 2 bis 15 Minuten, abhängig vom verwendeten System.
Positionierung:
Blutdruckmanschetten werden an beiden Armen und Beinen angelegt.
Messung:
Das System bestimmt zeitgleich den Blutdruck an allen Extremitäten, berechnet daraus den ABI und misst die PWV. Moderne Geräte wie das ABI-System 100 erledigen diesen Ablauf automatisch.
Auswertung:
Die Messergebnisse werden elektronisch erfasst und ausgewertet. Neben ABI und PWV können auch folgende Werte bestimmt werden:
zentrale Blutdruckwerte
Augmentationsindex (AIx)
Gefäßalter
Besprechung:
Ein Arzt oder medizinisches Fachpersonal erläutert die Ergebnisse und gibt Empfehlungen zur Reduzierung kardiovaskulärer Risiken, zum Beispiel durch:
Lebensstiländerungen
gezielte Therapieanpassungen
weitere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen
Ihr Nutzen
Die ABI- und PWV-Messung ist ein einfaches, schnelles und aussagekräftiges Verfahren zur Beurteilung Ihrer Gefäßgesundheit. Sie kann helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig geeignete Maßnahmen einzuleiten.
Gerne beraten wir Sie persönlich zu den Möglichkeiten dieser Untersuchung und besprechen die Ergebnisse ausführlich mit Ihnen.